Vimmerby ist Astrid Lindgrens Stadt. Hier wurde sie geboren, hierher kam sie – trotz mehr als 75 Jahren in Stockholm – immer wieder zurück. Hier liegt sie auch begraben.
Die Erinnerungen an die glückliche Kindheit auf dem gepachteten Pfarrhof Näs, gleich vor der Stadt, sollten Astrid Lindgrens gesamte literarische Tätigkeit prägen. In einem Buch nach dem anderen belebte sie die Spiele der Kindheit, das intensive Lebensgefühl und die Schönheit der umliegenden Landschaft.
In die Stadt, die damals in Fußgängerentfernung lag und das Elternhaus nicht wie heute umringte, ging man, um die Schule, die Kirche, die Sonntagsschule oder manchmal einen Markt zu besuchen. Wer über die Kinder von Bullerbü, Kalle Blomquist, Madita oder Michel gelesen hat, erkennt die Milieus leicht wieder.
Als die Landwirtschaft auf Näs in der Mitte der 1960-er Jahre stillgelegt wurde und die Kirche den Grund verkaufte, erwarben Astrid Lindgren und ihr Bruder Gunnar Ericsson das Elternhaus mit den beiden Wohngebäuden. Astrid Lindgren richtete das Elternhaus so her, wie sie es in Erinnerung hatte. Dies wurde ihr fester Punkt bei den Besuchen in Vimmerby. Das Haus steht noch heute so, wie sie es verlassen hat.
Auch von Stockholm aus nahm Astrid Lindgren lebhaft an der Entwicklung ihrer Kindheitsstadt teil. Als das große Einfamilienhausgebiet nördlich der Stadt geplant wurde, dessen Straßen nach Figuren in ihren Büchern benannt werden sollten, bad sie die Machthaber, die Kuhwiese zu verschonen, wo sie „zum ersten Mal entdeckt habe, was Schönheit ist“. Als man das alte Haus an der Kreuzung von Sevedegatan und Drottninggatan abreißen wollte, in dem sich heute das Museum Näktergalen befindet, trug sie mit erheblichen Mitteln dazu bei, dass das Haus stattdessen renoviert werden konnte. Auf verschiedenste Weise hat Astrid Lindgren entscheidende Beiträge für die Entwicklung Vimmerbys zu einer blühenden Kleinstadt geleistet. Das hiesige Tourismusgewerbe läßt viele andere, erheblich größere Städte verblassen.